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vollkommen gerechtfertigt erschienen: kurz: sie war durch die Gluthihrer Leidenschaft wohl bezaubert, keineswegs aber geblendet. Siewußte zu wohl, was sie ihrem eigenen jungfräulichen Rufe, ihrenschönen Aussichten, ihrer Familie und ihrer hohen Stellung in derNähe der Person und dem unmittelbaren Vertrauen Jsabella'Sschttldig war, um wünschen zu können, ihre Hand aus eine unwürdigeWeise zu vergeben; und während sie sich mit der Würde und Um-sicht ihrer Geburt, wie des weiblichen Anstandes allem unterzog,was die öffentliche Meinung und die Klugheit mit Recht von eineredlen Jungfrau fordern konnte, hoffte sie mit dem schrankenlosen Ver-trauen eines Weibes, daß auch ihr Geliebter ihre Wahl rechtfertigenwerde. Ihre Tante hatte ihr den Glaube» beigebracht, daß dieseReise des Genuesen wahrscheinlich zu großen Ereignissen führenwerde, und ihre religiöse Begeisterung ließ sie, wie die Königin,Alles von dem erwarten, was sie so glühend wünschte.
So lange man am Hofe damit beschäftigt war, den Ver-trag zwischen den Herrschern und Colon schriftlich abzufaffcnund in die nöthigen Formen zu bringen — Vorbereitungen, umdie nur der engere Zirkel Jsabellens wußte, wagte es Luis nicht,eine Zusammenkunft mit seiner Geliebten zu erbitten und auchder Zufall begünstigte seine Wünsche nicht. Sobald es aber kundwurde, daß Columbus alles, was in dieser Hinsicht nöthig schien,bereinigt und den Hof verlassen habe, um nach der Küste zu gehen,wandte sich der junge Mann plötzlich an die Großmuth seinerTante und bat sie, seine Absichten zu begünstigen, da er jetzt imBegriffe sey, Spanien zu verlassen und sich einem Wagnisse an-zuschließen, das die Meisten als ein verzweifeltes betrachten. Erverlangte nichts weiter, als die Zusicherung, daß er von seinerGeliebten und ihren Freunden gut ausgenommen werden sollte,wenn er von einem günstigen Erfolg gekrönt zurückkehren würde.
„Ich sehe, Du hast Dir an diesem Deinem neuen Herr» einBeispiel genommen," antwortete die hochherzige, aber wohlwollende