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11 (1846) Donna Mercedes von Castilien, oder die Entdeckung von Amerika
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Zehntes Kapitel.

O Spaniens süße wehmMhSpolle Lieder,

Die ihr des Knaben FrühlingSlrauni umwiegt,

Ihr wecket in de» ManneS Herzen wieder?

DaS Sehnen nach dem Land, so weit entrückt.

Das Waldheiligthum.

Sobald Jsabella ihr königliches Wort gegeben hatte, Colum-buS in seinem großen Plane zu unterstützen, war es auch mit denbedenklichen Erörterungen über die Abfahrt der Schiffe zu Ende,obgleich sich nur Wenige einen bedeutenden Erfolg versprachen.Die Eroberung des Königreichs Granada erschien in der That indiesem Augenblicke um so größer als alles, was sich mit Wahr-scheinlichkeit von dem neuen Unternehmen hoffen ließ, daß das Letzteredurch das allumfassende Interesse fast ganz verschlungen wurde, welchesmit der Elfteren verbunden blieb.

ES gab jedoch ein junges und hochgesinntes Herz, dessenganzes Hoffen mit dem Erfolge der großen Reise zusammcnhing.Wir brauchen kaum zu bemerken, daß wir Mercedes de Valverdemeinen. Sie war dem Gange der neuesten Ereignisse mit einerTheilnahne gefolgt, wie sie vielleicht nur ein jugendliches, glühendes,unerfahrenes und reines Gcmüth empfinden kann, und jetzt, daalle ihre Hoffnungen sich verwirklichen sollten, ergoß sich eine zarteund edle Freude über ihr ganzes Wesen, welche sich bis zur beseli-gendsten Wonne steigerte. Sie liebte zwar mit der treuesten undzärtlichsten weiblichen Hingebung, aber diese Gefühle, die so geeignetsind, die ganze Thatkraft des zarteren Geschlechtes auf einen Punktzu vereinigen, vermochten nicht, den Verstand und Scharfblick, mitwelchem die Natur dieses warmherzige junge Wesen auSgestattethatte, zu bewältigen, sondern trugen eher dazu bei, sie daß Zweck-mäßige in dem Mißtrauen der Königin und ihrer Vormünderin er-kennen zu lassen, so daß die Zweifel derselben in ihren Auge»