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Zuverlässigkeit, noch in Betreff der ihn leitenden Beweggründe indem besten Rufe; und doch hätte man ihn vielleicht noch unter dieredlichsten der regierenden Fürsten in Europa gezählt, wären seineFehler nicht durch die nothwendige, enge Verbindung und den leb-haften Gegensatz mit den edleren Eigenschaften der Königin augen-fälliger geworden. Kurz diese beiden, durch persönliche und politischeInteressen so eug verbundenen Herrscher stellten auf ihren Thronenein Bild dar, wie wir es jeden Augenblick in allen untergeordnetenAbstufungen des geselligen Lebens gewahren können, wo die welt-lichen Entwürfe und die gewinnsüchtigen Triebfedern des Mannesdem treueren Herzen, dem aufrichtigeren Character und dem gc-läuterteren Sinne des Weibes zur Folie dienen.
Don Fernando erschien nun, und ging in einer Weise auf dieUnterhaltung ein, welche zeigte, daß er sich völlig darein ergebenhabe, die von seiner Gemahlin eingegangenen Verbindlichkeiten geltenzu lassen. Die Geschichtschreiber theilen uns mit, daß er durchdas Vorwort eines GünstlingS zum Beitritte gewonnen worden sey,obgleich wir vielleicht mit mehr Grund annchmen können, daß Ach-tung für Jsabella, deren reiner Eifer für die Sache der Tugendso oft seine selbstsüchtigere Politik vereitelte, dieser Willfährigkeitzu Grunde lag. Was aber auch immer der Anlaß gewesen seynmag — so viel ist gewiß, daß der König nie mit jenem glühendenEifer, welcher von jenem Augenblicke an so bezeichnend für dasBenehmen seiner königlichen Gemahlin war und der so viel zur Si-cherung des Erfolges beitrug, in das Unternehmen einging.
„Wir haben unfern Flüchtling wieder eingeholt," sagte Jsabella,als der König hcrzutrat, und ihre Augen und Wangen glühten vonfrommer Begeisterung, wie denn auch ein Gleiches bei Mercedes deValverde, einer entzückte» Zeugin aller dieser Vorgänge, bemerklich war— „wir haben unseren Flüchtling wieder eingeholt, und kein unnöthigerAugenblick soll das Antreten seiner großen Reise länger verzögern.Erreicht er Cathay und Indien wirklich, so kann die Kirche einen