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erschöpfte» Zustand der Schatzkammer erinnert, in welchen beideKronen durch den letzten Krieg gestürzt worden waren.
„Tochter Marquise/' sagte Jsabella, indem ste die Verbeu-gungen der Umstehenden leicht erwiederte, „glaubst Du immer noch,daß dieser Colon ausdrücklich von Gott zu den hohen Entwürfen,mit denen er sich trägt, berufen worden sey?"
„Sennora, ich will das nicht geradezu behaupten, obgleich ichvermuthc, daß der Genuese eine derartige Meinung von sich hegt.Ich glaube aber so viel, daß der Himmel seiner treuen Diener ge-denkt, und für wichtige Handlungen stets die geeigneten Werkzeugeauswählt. Wir wissen, daß die Kirche eines Tages über die ganzeErde herrschen soll, und warum sollte nicht unsere Zeit so gutals eine andere hiefür bestimmt sehn? Gottes Rathschlüffe sind ge-heimnißvoll, und gerade dieses Wagniß, das von so vielen Gelehr-ten verspottet wird, kann den Zweck haben, den Sieg der Kirchezu beschleunigen. Wir sollten uns erinnern, Königliche Hoheit, wiegering diese Kirche begonnen hat, wie wenig sie von der sogenann-ten Weisheit unterstützt wurde und zu welchem hohen Gipfel vonHerrlichkeit sie dennoch gelangt ist. Dieser Sieg über die Maurenläßt eine Erfüllung von Verheißungen ahnen, und das Ende ihresfast siebenhundertjährigen Reiches ist vielleicht nur der Anfang einerherrlichen Zukunft."
Jsabella lächelte ihrer Freundin zu, denn diese Folgerungenentsprachen ganz ihren eigenen, geheimen Gedanken; aber ein tieferblickender Verstand gab ihrem Eifer mehr Umsicht, als dieses beider warmherzigen, feurigen Marquise der Fall war.
„Es ist nicht wohl gethan, diesem oder jenem Unternehmendas Siegel der Vorsehung aufzudrücken, Tochter Marquise!" ant-wortete sie; „die Kirche allein kann sagen, wozu Wunder nöthigfind und was der Thätigkeit des menschlichen Geistes überlassen bleibenmuß. Wie viel braucht Colon, Sennor de St. Angel, um das Wagnißin einer Weise auSzuführen, die ihm als genügend vorkömmt?"