ziemt, bescheiden zu sepn; ober ich fühle demungeachtet nichtweniger."
„Und welcher Art sind Deine Gefühle, Tochter? Glaubst auchDu, daß die Dienste dieses Genuesen nicht zu theuer erkauft wer-den können?"
„Da Enre Hoheit mir die Ehre dieser Frage erweist," ant-wortete das holde Mädchen und das Blut strömte immer mehr zuihrem bleichen Gesichte, je wärmer sie in der Sache wurde — „sowerde ich nicht anstehen zu sprechen. Ich glaube, dieses große Un-ternehmen ist den Herrschern als ein Lohn für alles das angebotenworden, was sie für die Religion und die Kirche schon gethan underlitte« haben. Ich denke, Colon ist durch die Hand Gottes andiesen Hof geführt und durch die Hand Gottes so lange hier gehal-ten worden; denn wir sahen, daß er lieber sieben lange Jahre derKnechtschaft erduldete, als seinen Plan aufgab; und ich glaube, daßdieser letzte Aufruf zu seinen Gunsten von einer Macht und einemGeiste kömmt, die endlich doch den Sieg davon tragen müssen."
„Du bist eine Schwärmerin, Tochter — zumal in dieser An-gelegenheit," erwiederte die Königin mit einem wohlwollenden Lä-cheln gegen die erröthende Mercedes. „Deine Wünsche tragenviel dazu bei, mich zu Unterstützung dieses Unternehmens zu be-stimmen."
So sprach Jsabella in einem Augenblicke, wo sie weder dieMuße noch die Absicht hatte, ihre Gefühle zu zergliedern, diemehr durch einen Zusammenfluß von Beweggründen, als durch eineeinzelne bestimmte Rücksicht geleitet wurden. Aber selbst dieses vor-übergehende Zusammentreffen mit weiblichen Empfindungen trug dazubei, ihrem Entschluß eine weitere Grundlage zu geben, und sie tratin den Kreis, welcher sich achtungsvoll bei ihrem Nähertreten öff-nete, mit der Absicht ein, den zwar wohlmeinenden, aber etwas un-gestümen Bitten de St. AngelS »achzugeben. Doch zögerte sieimmer noch, denn ihr vorsichtiger Gemahl hatte sie eben an den