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11 (1846) Donna Mercedes von Castilien, oder die Entdeckung von Amerika
Entstehung
Seite
139
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Sennor," antwortete Luis ernst,ich scherze nicht, wenn ichvon meinem Schutzengel rede. Sie ist nicht bloß adelig und in je-der Hinsicht geeignet, meinen! Namen Ehre zu machen, sondern dasBlut der Guzman'S strömt sogar in ihren Adern. Aber durch meinHingeben an den Hang zum Wandern habe ich, wenn auch nichtdie Gunst meiner holden Geliebten, so doch die Gunst Anderer ver-loren, und sogar meine eigene Tante hat nicht mit wohlgefälligenBlicken auf meine Bewerbung gesehen. Donna Zsabella, derenWort unter den edeln Jungfrauen des Hofes als Gesetz gilt, hatauch ihre Vorurtheile, und ich muß mir ihre gute Meinung ge-winnen, wenn ich Donna Mercedes gewinnen will. Da fiel mirein" Luis dachte zu ritterlich, »m zu verralhen, daß der Ge-danke von seiner Geliebten ausgegangen seyda fiel mir ein,daß in den königlichen Augen meine Reiselust, die man mir zumBorwurse macht, vielleicht als ein Verdienst erscheinen dürfte, wennich ihr die Richtung einer so großartigen Unternehmung, wie dieEurige, gäbe, die ohne Zweifel bald Aster Augen ans sich ziehenmußte. In dieser Hoffnung knüpfte ich auch unseren gegenwärtigenVerkehr an, bis mich die Macht Eurer Beweise vollkommen über-führte , und jetzt hat kein Geistlicher mehr Zuversicht zu der Un-fehlbarkeit des Oberhirten der Kirche, als ich zu der Gewißheithabe, daß der kürzeste Weg nach Cathay über das atlantische Meerführt. Nein! kein Lombarde kann inniger überzeugt sehn, daßseine Lombardei eine Ebene ist, als ich die Richtigkeit des Satzesfühle, daß unsere liebe Erde eine Kugel ist."

Rede achtungsvoll von den Dienern des Altars, Sennor,"sagte Columbus, indem er sich bekreuzte,bei so heiligen Dingendarf durchaus keine Leichtfertigkeit mit einfließen. Es scheint also,"fügte er lächelnd bei,ich verdanke meinen Zögling de» zwei mäch-tigen Hebeln der Liebe undBernunft. Jene, als die mächtigste, mußtedie ersten Hindernisse überwinden, und die letztere gewann, wie esgewöhnlich zn gehen pflegt, am Schluffe die Oberhand; denn er