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Erstemal von dieser Reise hörte, kam sie mir wie der Plan einesWahnsinnigen vor."
„Ach Freund Luis," fiel Columbns mit einem schwermüihigenKopfschütteln ein, „diese Meinung hegen leider nur zu viele. Ichfürchte, Don Ferdinand von Aragon, ebenso auch sein Namensvetter,der ernste Prälat, welcher zuletzt in dieser Sache handelte — be-trachtet sie aus demselben Gesichtspunkte."
„Ich bitte um Verzeihung, Sennor Colon, wenn meine WorteEuch kränkten; aber wenn ich Euch einmal Unrecht gethan habe,so sollt Ihr bald sehen, wie bereit ich bin, es wieder gut zu ma-chen. Ich suchte die erste Unterhaltung mit Euch in der Absicht,mich an Euren phantastischen Faseleien zu belustigen; aber obgleichich nicht unmittelbar von der Wahrheit Eurer Theorie überzeugtwurde, so bemerkte ich doch schnell, daß Ihr den Gegenstand wie eingroßer Philosoph und ein tiefer Denker behandeltet. Hier wäre viel-leicht auch mein Urtheil stehen geblieben und meine Absicht erfülltgewesen, hätte sich nicht ein Umstand von hoher Bedeutung fürmich selbst darein gemengt. Ihr müßt wissen, Sennor, daß ich,obgleich ich dem ältesten Blut Spaniens cnlstamme und nicht ohneschöne Besitzthümer bin, den Hoffnungen Derjenigen, welchen die Lei-tung meiner Jugend anvertraut war, nicht immer entsprochen habe."
„ES ist unnöthig, edler Herr —"
„Nein, beim St. Lukas! es soll Alles heraus! Nun, ichhabe zwei große und gewaltige Leidenschaften, die hin und wiedermit einander in Zwiespalt gerathen. Die eine ist eine Vorliebe fürdas Wanderleben — der glühende Wunsch, fremde Länder zu sehen,und dieß noch obendrein in freier und ungebundener Weise, nebsteinem besondern Hange zum Umhertreiben auf dem Meere und in demGewühl« der Häfen — die andere ist die Liebe für Mercedes deValverde, das schönste, edelste, zärtlichste, warmherzigste und treuesteMädchen von Castilien."
„Und gewiß auch adelig?" fügte Columbus lächelnd bei.