erwicdern habe, ist: daß ich keine wissenschaftlichen oder sonst an-nehmbaren Gründe finde, die mich berechtigen könnten, etwas zuverfolgen, was vielleicht so trügerisch ist, wie das Licht, welches vorder berührenden Hand zurückweicht. Was Cathay, seine Lage undseine Wunder anbelangt, so haben wir die besser begründeten Be-weise der berühmten Venezianer Marco und Nicolo Polo, welchenicht nur diese Gegenden durchreist haben, sondern sich auch jahre-lang an dem Hofe ihres Fürsten aufhielten. Aber sey es nun mitdem Priester Johann oder mit Cathay wie es wolle, meine edlenHerren, jedenfalls ist es gewiß, daß dag atlantische Meer im Westeneine Gränze hat, und diese Gränze bin ich aufzusuchen bereit."
Der Erzbischof verrieth seine Nngläubigkeit, indem er die Au-gen in die Höhe richtete; da er aber den Befehlen seiner Beherr-scher gehorchen mußte und außerdem wohl wußte, daß ColumbuS'Theorie schon vor Jahren zu Salamanka geprüft und darüber Be-richt erstattet worden war, so entschloß er sich klüglich, die geeig-neten Grunzen nicht zu überschreiten und in dem fortzusahren, dessenErforschung zu seinem Auftrag gehörte.
„Ihr habt uns die Vortheile auseinander gesetzt, Sennor, dieEurer Ansicht nach aus dem günstigen Erfolge Eures Planes fürdie Monarchen erwachsen könnten," sagte er, „und wenn alle Eureglänzenden Hoffnungen in Erfüllung gehen, so sind sie in der Thatnicht zu verachten. Wir wollen jetzt aber auch hören, welche Be-dingungen Ihr für Euch selbst als Lohn für alle Eure Gefahrenund für vieljährige kummervolle Bemühungen vvrbehaltet."
„Alles dieses ist gebührend von mir erwogen worden, hochwür-digster Erzbischof, und Ihr werdet das Wesentliche meiner Forde-rungen auf diesem Papiere auseinander gesetzt finden, obgleich ichmir vielleicht noch einige unbedeutendere Punkte Vorbehalten muß."
Mit diesen Worten händigte ColumbuS das besprochene Schrei-ben Ferdinand von Talavera ein. Der Prälat überflog es daserstemal schnell mit den Augen, las es aber das zweitemal mit