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11 (1846) Donna Mercedes von Castilien, oder die Entdeckung von Amerika
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mehr Bedacht, und es möchte schwer seyn zu sagen, ob sich dieLachlust oder der Unwille stärker in seinen Zügen auSdrücktc, alser das Blatt höhnisch auf den Tisch warf. Nach diesem seine Ver-achtung ausdrückenden Benehmen wandte er sich gegen ColumbuS,als ob er sich überzeugen wolle, daß der Seefahrer wirklich beiSinnen sey.

Ist es Dir wirklich Ernst mit diesen Bedingungen, Sennor?fragte er mit einem Blicke, der die Meisten in der armseligen Lagedes Bittstellers veranlaßt haben würde, von ihrem Begehren ab-zugehen.

Herr Erzbischof," antwortete ColumbuS mit einer Würde,die sich nicht leicht außer Fassung bringen ließ,ich trage mich mitdieser Angelegenheit bereits achtzehn volle Jahre. Während dieserganzen langen Zeit habe ich mir kaum an etwas Anderes zu denkenerlaubt, und ich kann sagen, daß sie meinen Geist im Wachen undim Schlafen beschäftigte. Die Wahrheit wurde mir schon früh klar,aber sie wurde mir mit jedem Tage Heller und Heller; und ich habeeine Zuversicht zu dem Erfolg, welche nur aus dem Vertrauen auf Gottstammen kann. Ich fühle, daß ich das auserkorene Werkzeug fürdie Erreichung von großen Zwecken bin, von Zwecken, welche nichtdurch den Erfolg dieser einzigen Unternehmung allein zur Entschei-dung kommen. ES steht mir noch mehr bevor, und ich muß mirdie Macht und die Mittel sichern, es auszuführen. Ich kan» auchnicht das Mindeste von dem Wesen und dem Umfang dieser Be-dingungen erlassen."

Obgleich diese Worte gewichtig und ausdrucksvoll genug klangen,wollte eS doch dem Prälaten immer noch scheinen, daß der Geist des See-fahrers durch das lange Brüten über einen einzigen Gegenstand inVerwirrung gekommen scy. Das Einzige, was ihn die Wahrheit dieserAnsicht noch bezweifeln ließ, war die Folgerichtigkeit und der wissen-schaftliche Geist, womit Colon so oft selbst in seiner Gegenwartdie Wahrscheinlichkeit solcher geographischen Hypothesen vertheidigte.