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11 (1846) Donna Mercedes von Castilien, oder die Entdeckung von Amerika
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»Ich fühle Etwas in mir, hochwürdigster Prälat, was michzu dieser Hoffnung ermuthigt; aber ich baue darum nicht auf Ge-heimnisse, die mein Begriffsvermögen übersteigen."

Es möchte schwer seyn, zu sagen, ob ColumbuS durch dieseAntwort in der Meinung seiner Zuhörer verlor oder gewann. Dasreligiöse Gefühl jener Zeit mochte wohl einen solchen Glaubenrechtfertigen, aber den anwesenden Geistlichen schien es anmaßend,daß ein unbedeutender, unbekannter Laie nur an die Möglichkeitdenken mochte, zu einem besonderen Werkzeuge erkoren zu seyn, wäh-rend so viele Andere mit scheinbar höheren Ansprüchen verworfenwürden. Doch durfte sich dieses Gefühl nicht laut werden lassen,denn es war in jener Zeit, wie in unseren Tagenderjenige, wel-cher sich auf die Macht Gottes zu stützen schien, hatte ein Gewichtund einen Einfluß für sich, an denen sich gewöhnlich der Tadel brach.

Ihr hofft, Cathay zu erreichen, wenn Ihr aus dem großenWeltmeere immer weiter segelt" nahm der Erzbischof wiederauf,und doch läugnet Ihr die Existenz des Priesters Johannes?"

»Ich bitte um Verzeihung, hochwürdiger Prälat ich hoffe,Cathay und Cipango in der von Euch bezeichneten Weise zu errei-chen , aber ich läugne die Existenz des mehrerwähnten Monarchennicht unbedingt. Für die Wahrscheinlichkeit eines glücklichen Erfolgsmeines Unternehmens habe ich bereits Gründe und Beweise ange-geben, die auch vielen gelehrten Geistlichen einleuchteten; was jedochdas Vorhandenseyn jenes PriesterstaatcS anbelangt, so kann esdurch nichts erwiesen werden."

Und doch erzählt man sich, daß Giovanni di Monte Corvino,ein frommer Bischof unserer heiligen Kirche, vor ungefähr zwei-hundert Jahren einen solchen Fürsten zum wahren Glauben be-kehrt habe."

Der Allmacht Gottes ist kein Ding unmöglich, Herr Erz-bischof, und ich bin keineswegs geneigt, die Dienste seiner auserwähltenDiener zu bezweifeln. Alles, was ich hinsichtlich dieses Punktes zu