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11 (1846) Donna Mercedes von Castilien, oder die Entdeckung von Amerika
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Deiner Gefühle werden lassen. Du bist zu Wohl erzogen, DonnaMercedes, um nicht den äußeren Schein von der wahren Tugendunterscheiden zu können."

Sennora !" rief Mercedes lebhaft, aber sie hielt schnell wiederinne, denn fie fühlte, wie unehrerbietig eS sey, ihre Herrscherin zuunterbrechen.

Laß mich hören, was Du sagen wolltest, meine Tochter!"antwortete Jjabella, nachdem sie eine Weile in der Absicht geschwiegenhatte, das furchtsame Mädchen zur Fortsetzung ihrer begonnenenRede zu ermuthigen.Sprich unverhohlen, Du redest mit einerMutter."

Ich wollte sagen, Sennora, daß, wenn auch der äußere Prunknicht den wahren Werth ausmacht, doch auch nicht Alles, was demAuge mißfällt oder was die Klugheit verdammt, wirklich lasterhaft ist."

Ich verstehe Dich, Scnnorita, und Deine Bemerkung hatetwas Wahres. Doch! sprechen wir jetzt von andern Dingen! DiePlane dieses Seefahrers Colon scheinen Dir zu gefallen?"

Die Meinung eines unwissenden jungen Mädchens, wie ichbin, kann nur wenig in Betracht kommen bei der Königin vonCastilien, welcher, abgesehen von ihrer eigenen Weisheit, der Rathvon hohen Kirchenfürsten und gelehrten Geistlichen zu Gebot steht,"«rwiederte Mercedes bescheiden.

Aber Du billigst seinen Plan? oder habe ich Dich vielleichtunrecht verstanden?"

Nein, Sennora! ich billige Colons Entwurf, denn er scheintmir so edel und groß, daß ich stehe, die Vorsehung möchte ihn zumBesten der Menschheit und zum Wohl der Kirche begünstigen."

Und Du glaubst, daß sich Edle und Ritter bereit finden lassenwürden, an dem kühnen Unternehmen dieses unbekannten Genuesenfreiwillig Theil zu nehmen?"

Die Königin fühlte in der Hand, welche sie liebevoll mit denihrigen umschlossen hielt, ein Zittern, und als sie ihre GefährtinDonna Mercedes. 2te Anfl. 8