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betrachtete, bemerkte sie, daß das Gesicht derselben wie Scharlachglühte und ihre Augen niedergeschlagen waren. Das edle Mädchendachte jedoch, dieser Augenblick sey für das Glück ihres Geliebten ent-scheidend und sammelte alle ihre Kräfte, um seinem Interesse zu dienen.
„Ich glaube das, Sennora!" antwortete sic mit einer Festig-keit, die der Königin, welche in alle Gefühle des Mädchens singingund sie zu schätzen wußte, zwar befremdend, aber nichts wenigerals mißfällig erschien. „Ich glaube, Don Luis de Bvbadilla hatdie Absicht, mit ihm zu ziehen, denn seit seine Tante mit ihm un-verhohlen über die Bedeutung und Größe der Unternehmung ge-sprochen hat, denkt sein Geist fast an nichts Anderes. Auch würdeer gerne diesen Plan mit Gold unterstützen, wenn sich die Einwilli-gung seiner Vormünder gewinnen ließe."
„Seine Bormünder würden daran sehr übel thun. Wir könnenzwar über unser Eigenthum frei verfüge», aber eS ist nicht erlaubt,die Habe eines Andern auf's Spiel zu setzen. Wenn Don Luisauf dieser Ansicht beharrt und seinem Versprechen gemäß handelt,so werde ich in Zukunft günstiger von seinem Character denken,als es bisher die Umstände gestatteten."
„Sennora!"
„Höre mich, meine Tochter! wir können nicht länger bei diesemGegenstand verweilen, denn der Rath harrt meiner Gegenwart undder König hat uns bereits verlassen. Ich will mich mit DeinerVormünderin besprechen und Du sollst nicht lange einer zwecklosenUngewißheit ausgesetzt bleiben. Aber! Mercedes de Valverde —"
„Meine hohe Gebieterin!"
„Erinnere Dich Deines Gelübdes, Tochter! Du hast es frei-willig gegeben und darfst es nicht so schnell wieder vergessen."
Jsabella küßte die bleiche Wange des Mädchens und entferntesich. Die Damen folgten ihr und ließen die halb erfreute, halberschreckte Mercedes, einer schönen Statue des Zweifels ähnlich, inder Mitte des weiten Saales allein.