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„Gibst Du das zu, Donna Mercedes?" sagte sie. „Hat DichColon in einer Weise überzeugt, daß Du Dir die Sache so tiefzu Herzen nimmst?"
Mercedes stand ehrfurchtsvoll auf, als die Königin sie an-redete, und trat einige Schritte näher, ehe sie antwortete.
„ES ziemt mir, in so hoher Gegenwart bescheiden zu sprechen;aber ich will nicht in Abrede ziehen, daß ich an Sennvr Colon'SEntwurf einen lebhaften Antheil nehme. Die Idee ist so edel,
Sennora, daß es Schade wäre, wenn sie sich nicht als wahr er-weisen sollte.»
„Das ist so die Weise junger und hochsinniger Seelen, undich selbst bekenne, Beatriz, daß ich in dieser Hinsicht bisweilen fastso kindisch bin, als irgend Jemand anderes. Colon ist ohne Zwei-fel noch hier?"
„O ja! Sennora," antwortete Mercedes lebhaft und mit einerHast, welche sie schnell bereute, da die Frage nicht an sie gerichtetwar; „ich weiß, daß er erst kürzlich, an dem Tage, wo die Trup-pen von der Stadt Besitz nahmen, von Jemand gesehen wurde."
„Und wer ist dieser Jemand?» fragte die Königin fest, abernicht strenge, indem ihr Auge wieder mit einer stets sich mehrendenTheilnahme auf dem Antlitze des Mädchens ruhte.
Mercedes bereute nun bitterlich ihre Unklugheit, und obgleichsie ihre Gefühle mit Gewalt zurückzudrängen suchte, so schoß dochdas Blut verrätherisch nach ihren Schläfen, ehe sie sich zu einerAntwort entschließen konnte.
„Don Luis de Bobadilla, der Neffe meiner VormünderinDonna Beatriz," entgegnete sie endlich, denn die Liebe zur Wahr-heit überwog in diesem reinen Wesen selbst die Furcht vor Be-schämung.
„Wie seltsam, Sennorita," bemerkte Jsabella ruhig, dennStrenge mischte sich selten in ihren Verkehr mit Edelsinnigen undGuten; „Don Luis stammt aus einem zu berühmten Hause, um