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11 (1846) Donna Mercedes von Castilien, oder die Entdeckung von Amerika
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Schweigen herrschte in dem weiblichen Kreise um die kleinen Ar-beitstische.

Tochter Marquise."denn so Pflegte die Königin ihre Freun-din zu nennen,Tochter Marquise," sagte Jsabella, das langeSchweigen unterbrechend,hast Du kürzlich nichts von SennorColon, dem Piloten, der uns so lange mit dem Plan einer West-fahrt angelegen hat, gesehen oder gehört?"

Der lebhafte, rasche Blick des Verständnisses und der Freude,welcher zwischen Mercedes und ihrer Vormünderin gewechselt wurde,verrieth die Thcilnahme, welche sie bei dieser Frage fühlten, wäh-rend Donna Beatriz, wie es ihre Pflicht und die Achtung gegenihre Gebieterin verlangte, antwortete:

Ihr erinnert Euch, Sennora, daß ihm Fray Juan Perezgeschrieben hat. Dieser alte Beichtvater Eurer Hoheit machte denweiten Weg von seinem Kloster Santa Maria de Rabida in Anda-lusien hieher, um seinen großen Entwürfen das Wort zu reden,damit sie nicht für Castilien verloren gehen möchten."

Du hältst also wirklich seine Entwürfe für großartig, Toch-ter Marquise?"

Kann man sie wohl für etwas Anderes halten, Sennora?Sie scheinen vernünftig und natürlich, und wenn sie sich rechtferti-gen sollten ist es nichtein großes und lobenswcrtheS Unternehmen,die Gränzen der Kirche zu erweitern und seinem eigenen LandeRuhm und Schätze zu erwerben? Meine begeisterte Mündel, Mer-cedes de Valverde, zeigt einen solchen Eifer für den Plan diesesSeefahrers, daß dieser nächst ihrer Pflicht gegen Gott und ihre hoheGebieterin die wichtigste Angelegenheit ihres Lebens zu bilden scheint."

Die Königin richtete einen lächelnden Blick auf das erröthendeMädchen, dem diese Bemerkung galt, und betrachtete sie einen Augen-blick mit jenem Ausdrucke von Liebe, welcher gewöhnlich ihr holdesAntlitz umstrahlte, wenn ihre Augen auf den Zügen ihrer eigenenTochter ruhten.