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11 (1846) Donna Mercedes von Castilien, oder die Entdeckung von Amerika
Entstehung
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berühmten Sattel der Königin von Burgnnd mit der Kerbe gesehen,welche den Rocken aufnahm, wenn die Fürstin auSritt, damit ihrebewundernden Unterthanen sich ei» Beispiel daran nehmen möchten.Und selbst in unseren Tagen des Luxus, wo sich nur wenige, ganzgewöhnliche Fräulein herablaffen mögen, ein so nothwcndigeS Klei-dungsstück, wie das, womit sich die Nadel JsabellenS von Castilicnbeschäftigte, zu berühren, haben wir mit eigenen Augen eine Kö-nigin in Mitte ihrer durchlauchtigen Töchter sitzen sehen, welche sofleißig mit der Nadel beschäftigt waren, als ob ihr Lebensunterhaltvon ihrem Fleiße abhinge. Bei Donna Jsabella geschah es jedochnicht aus Ziererei; sie war in ihren Gefühlen, ihren Worten, ihremWesen und ihren Handlungen die Wahrheit selbst, und die ehelicheZärtlichkeit ließ sic ein hohes Vergnügen in einer Beschäftigungfühlen, die einem Gatten galt, welchen sie als Mann innig liebte,obgleich sie sich unmöglich seine Fehler als Monarch ganz verbergenkonnte. Neben ihr befand sich die Gefährtin ihrer Jugendjahre,die lang geprüfte und erprobte Beatriz de Cabrera. Mercedes saßaus einem Schemel zu den Füßen der Infantin Jsabella, währendin der Nähe einige andere Hofdamen standen, deren Rang sich nuran einigen leichten Andeutungen, wie sie wegen der Anwesenheit derköniglichen Familie für nüthig erachtet wurden, erkennen ließ, dasie sich mit einer häuslichen Freimüthigkeit bewegten, welche dasübliche Ceremoniel eher anmuthig als belästigend erscheinen ließ.

Der König war an einer Ecke des weiten Raumes mit Schreibenbeschäftigt, und Niemand, selbst der neu ernannte Erzbischof nichtausgenommen, wagte es, sich dieser Seite des Zimmers zu nähern.Das Gespräch wurde ein wenig leiser als gewöhnlich geführt undselbst die Königin dämpfte ihre melodische Stimme in einer Weise,daß der Gedankengang, in welchem ihr hoher Gemahl vertieft zusehn schien, nicht gestört wurde. In dem Augenblick jedoch, welchenwir unserem Leser zu vergegenwärtigen beabsichtigen, hatte sich Jsa-bella eine Weile in ernstes Nachsinnen versenkt und ein allgemeines