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11 (1846) Donna Mercedes von Castilien, oder die Entdeckung von Amerika
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wo sich ursprünglich Pietistenansiedelungen befanden und wo nochgegenwärtig das Uebergewicht derartiger Seelen sich geltend macht.Ohne Zweisei hat auch die unter dem annehmlichen Titel der öffent-lichen Meinung geübte Ueberwachung der Gesellschaft, welche inunfern Tagen als eigenthümlicher Nationalzug solcher Gemeinschaftenauftritt, und sich nicht an die Gränze» der Gesetze und der bürgerlichenOrdnung bindet, ihren Ursprung in dem demokratischen Character jenerKirchenpolitik, welche stets ein Reich im Reiche zu bilden beabsichtigte,und in diesem Bestreben nicht selten durch die Regierungsformen selbstoder die Sitten des Landes unterstützt und gekräftigt wurde. Sey demjedoch, wie es wolle das Nebergewicht der katholischen Geistlich-keit über die ganze Christenheit bis zu den Tagen der Reformationist eine Thatsache, und Jsabella war eine zu anspruchslose und frommeChristin, um der Prieflerschaft nicht alles zu gestatten, was sichmit ihrem Rechtsgefühle vertrug, weshalb derselben auch der un-verkümmerte Zutritt zu ihr und die Uebung eines nicht unbedeuten-den Einflusses auf alle ihre Regierungsmaßregeln offen stand.

Unter den bei eben genannter Gelegenheit Versammelten be-fanden sich nebst Andern auch Fernando de Talavera, ein hochge-stellter Prälat, der kaum erst zu der neuen Würde eines Erzbischofsvon Granada ernannt worden war, und Fray Pedro de CaraScal,der frühere Lehrer von Don Luis de Bobadilla, ein Geistlicher ohnePfründe, der die Gunst, in welcher er stand, der hohen Einfach-heit seines Charakters und seiner hohen Geburt verdankte.

Jsabella selbst saß an einem kleinen Tische, wo sie mit ihrer Nadelbeschäftigt war. Der Gegenstand ihrer Arbeit war ein sehr häuslicher,nämlich der eines Hemdes für den König: eS gehörte nämlich zuihren weiblichen Eigenthümlichkciten, sich solchen niedrigen Dienst-leistungen ebenso gewissenhaft zu unterziehen, wie das Weib irgendeines gewöhnlichen GcwerbSmannS ihrer Hauptstadt. Dies entsprangjedoch aus den Sitten jenes Zeitalters, wenn nicht vielleicht aus derPolitik der Fürstinnen; denn die meisten Reisenden haben wohl den