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sanften und ruhigen Weise übte, die mit ihrem Geschlechts, ihremCharacter, ihrer Wahrheitsliebe und ihrer Frömmigkeit im Einklangstand, hatte sich bereits, so weit es ihr hoher Rang und ihreHerrscherpflichten gestatteten, aus dem Gepränge und den militäri-schen Scenen eines kriegerischen HofeS zurückgezogen, und suchteden gewohnten traulicheren Verkehr ihres häuslichen Kreises auf.Welcher den sanfter» Neigungen des Weibes angemessener ist. Ihrliebstes Geschäft war die mütterliche Sorge für ihre Kinder; abersie hatte auch manche Stunden für die Freundschaft und für jeneLiebe übrig, welche alle ihre Unterthanen wie mit Familienbandenan sie zu ketten schien.
Am Morgen des dritten Tages nach dem Abende, an welchemdie im vorige» Kapitel mitgetheilte Unterhaltung stattgefunden, hatteDonna Jsabella einige jener bevorzugten Personen um sich versam-melt, die an ihrem häuslichen Kreise Theil nehmen durften, dennwährend die castilianische Etiquette, — wahrscheinlich eine Nachahmungder ernste» Gewohnheiten muhamedanischer Nachbarn, — an allenchristlichen Hosen sprüchwörtlich war, hatte der wohlwollende Cha-racter der Königin eine Atmosphäre um ihren Privatzirkel gebreitet,welche denselben für Alle, denen die hohe Ehre des Zutrittes zuTheil wurde, ebenso anmuthig als entzückend machte.
Die Geistlichkeit genoß in jenen Tagen einer Art von ausschließ-licher Begünstigung, da sie sich nicht nur in alle Angelegenheiten deSLebens mischte, sondern auch nicht selten dieselbe leitete. Mängel dieserArt werden von den Bewohnern der Vereinigten Staaten bei frem-den Staaten gar leicht entdeckt, und kein Volk ist wohl mehr geneigt,die Nachtheile, welche aus dem Einsiuß der katholischen Geistlichkeitentspringen, recht kräftig hervorzuheben, als das amerikanische.Aber eben dadurch bekundet es auch die Wahrheit des alt anerkann-ten Satzes, daß sich Fehler leichter an Andern, als an sich selbstentdecken lassen; denn nirgends findet man einen ähnlichen Einflußkräftiger ausgebildet, als zumal in jenen Theilen der Freistaaten,