Töchtern CastilienS nach Willkür eine Wahl treffen können, davielleicht nur von wenigen grundsatzfesteren oder ungewöhnlich be-dachtsamen Damen eine Zurückweisung zu besorgen gewesen wäre.Die Marquifin hörte daher ihrer Mündel ohne Unwillen zu, undehe sie sich in ihre Schlafgemächer begaben, war Donna Beatrizdurch die freimüthigen, aber bescheidenen Bekenntnisse, die ernsteBeredsamkeit und die liebevolle Offenheit ihrer Pflegbefvhlenen fastganz bekehrt.
Sechstes Kapitel.
Wer will, der folge alter Zeiten Gleisen,
Und überlege, was aus ihnen ward.
Wo sind sie hin, die Denker und die Weisen,
Die sich des Wissens besten Kern erscharrt?
Wo sind die Helden, deren Macht so hartDie Welt emhfand, und deren SicgcSgangBis zu der Erde fernsten Gränzen drang?
Trümmer der Zeit.
Es vergingen mehrere Tage, ehe sich die Christen in demalten Sitze der muhamedanischen Macht heimisch fühlten. Inzwischenwurden jedoch Alhambra und die Stadt, in welchen durch die Eile,das Entzücken und den Schmerz der Besitznahme und des Scheidensalles in Verwirrung gekommen war, in einen geordneteren Zustandgebracht, und da der kluge und wohlgesinnte Ferdinand von Aragongemessenen Befehl erlassen hatte, die Mauren nicht nur freundlich,sondern auch rücksichtsvoll zu behandeln, so gewann die Stadt all-mählig wieder den Character der Ruhe, und die Menschen begannenauf's Neue ihren alten Gewohnheiten und Geschäften nachzugehen.
Natürlich brachte diese Erwerbung für Don Fernando neueSorgen; seine erlauchte Gemahlin jedoch, welche sich nur bei wich-tigen Anlässen öffentlich zeigte, und ihren gewohnten Einfluß in der