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11 (1846) Donna Mercedes von Castilien, oder die Entdeckung von Amerika
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Du bist eine liebenswürdige Schwärmerin, theureS Mädchen.Wenn ich Dich mit mir nehmen könnte, so wollte ich das Aben-teuer ohne irgend einen weiteren Gefährten bestehen."

Dieser galanten und in dem gegenwärtigen Augenblicke sicher-lich aufrichtig gemeinten Rede folgte eine paffende Erwiederung,woraus der Gegenstand zwischen Beiden mit mehr Ruhe und weitgrößerer Besonnenheit verhandelt wurde. Es gelang Don Luis,seine Ungeduld zu zügeln, und das edle Vertrauen, mit welchemMercedes allmählig ihre Theilnahme gegen ihn ausdrückte, ebensoder holde, heilige Ernst, mit welchem sie die Wahrscheinlichkeiteines günstigen Erfolgs verfocht, brachten ihn endlich so weit, daßer die Unternehmung mehr in ihrer hohen Bedeutung zu würdigenanfing, statt sie als einen Entwurf zu betrachten, der bloß seinemabenteuerlichen Sinne schmeichelte.

Donna Bcatriz ließ die Liebenden volle zwei Stunden allein,denn so lange wurde sie von der Königin in Anspruch genommen,und bald nach ihrer Zurückkehr entfernte sich ihr unbesonnener, un-ruhiger, aber hochsinniger und ritterlicher Neffe. Mercedes undihre Vormünderin aber blieben noch bis Mitternacht beisammen, understere goß vor der Marquise ihr Herz aus, indem sie ihr alle dieHoffnungen, welche mit Colon'S Unternehmung in Verbindung stan-den, auseinander setzte. Donna Beatriz vernahm dieses Bekennlniß^ mit Freude und Schmerz und lächelte über den Scharfsinn derLiebe, welche die großen Plane des Genuesen mit der Erfüllungihrer eigenen Wünsche in Verbindung brachte. Demungeachtet warsie aber nicht unzufrieden darüber: Luis de Bobadilla war derSohn eines einzigen heiß geliebten Bruders, und sie hatte dengrößten Theil der Liebe, welche sie für den Vater gefühlt, auch aufden Neffen übertragen. Neberhaupt wurde der schöne und wackerejunge Cavalier von allen, die ihn kannte», geliebt, wenn auch alleVerständigeren sich veranlaßt sahen, bei seinen Unbesonnenheiten dieStirne zu runzeln; und er hätte wohl unter den hochgeborenen