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11 (1846) Donna Mercedes von Castilien, oder die Entdeckung von Amerika
Entstehung
Seite
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Ich wünschte, ich könnte in Deine», Herzen lesen, DonnaMercedes," »ahm er endlich wieder ans;denn während die be-zaubernde Bescheidenheit und die schüchterne Zurückhaltung DeinesGeschlechts nur noch inniger fesseln, verwirren sie doch den Ver-stand des Mannes, der mehr an das rauhe Gewühl des Kampf-platzes, als an die Labyrinthe weiblicher List gewöhnt ist. Wün-schest Du, daß ich mich bei einem Abenteuer betheilige, welchesdie meisten Menschen, Deinen so hochgeachteten, weisen Don Fer-nando an der Spitze, für den Plan eines Träumers halten, der zueinem sichern Untergang führen müsse? Könnte ich das glauben,so würde ich morgen abreisen, wäre es auch nur, damit meineverhaßte Gegenwart Dein Glück nicht weiter trübe."

Don Luis, Ihr könnt diesen grausamen Verdacht nicht recht-fertigen," sagte Mercedes, indem sic sich bemühte, den Argwohnihres Liebhabers durch eine angenommene Empfindlichkeit zu strafen,obgleich mit ihrem Stolze Thränen kämpften, welche ihren vorwurfs-vollen Augen reichlich entquollen.Ihr wißt, daß man weder hier,noch anderSwo Euch haßt; Ihr wißt, daß man Euch allenthalbenwohl wist, obgleich castilianische Klugheit und castilianische Mäßi-gung Euer Wanderleben nicht immer mit demselben Beifall be-trachtete, den sie den gefälligen Sitten des Hosmanns und demstrengeren Dienste des Ritters zollten."

Verzeihung, theuerstc, geliebteste Mercedes! Deine Kälte undDeine Abneigung verwirren mich beinahe."

«Kälte? Abneigung? Don Luis! wann hat Mercedes Dich jeeines von beiden fühlen lassen?"

Ich fürchte, Donna Mercedes de Valverde gibt mir geradejetzt eine Probe davon."

Dann kennst Du ihre Gründe und ihr Herz wenig. NeinLuis, ich bin Dir nicht abgeneigt und mochte auch nicht kaltgegen Dich erscheinen. Wenn Dich Dein Eigensinn in dieserWeise bemeistert und quält, so will ich es versuchen, mich offener