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wenn es sülche Erinnerungen bei Dir zurückgelaffen hat," er-wiedertc der junge Mann mit einem vorwurfsvollen Blicke.
„Ich spreche nicht von mir, denn gegen mich bist Du immersanft und freundlich gewesen, Luis," unterbrach ihn die jungeCastilianerin mit einer Hast und einem Ernste, welche ihr einenAugenblick darauf das Blut gegen die Wangen trieben, „ich meinenur, daß Du in Deinen Aeußerungen über den König vorsichtigersehn solltest."
„Du begannst damit, zu sagen, ich sey ein müßiger Herum-streicher."
„Nein! ich habe mich dieses harten Allsdrucks nicht bedient,Don Luis, denn das waren bloS die Worte Deiner Tante, die wohlauch nicht die Absicht hatte, Dich zu verletzen: ich sprach nur vonDeinen vielen und weiten Wanderungen."
„Nun, ich weiß wohl, daß ich diesen Titel verdiene, und werdemich nicht beklagen, wenn mir mein Recht widerfährt. Du sagtest,ich scy viel und weit gewandert, und sprachst beifällig von demPlane dieses Genuesen. Wenn ich dich recht verstanden habe,Mercedes, so ist es Dein Wunsch, daß ich an dieser abenteuer-lichen Parthie Theil nehme?"
„Das ist meine Meinung, Luis, denn ich denke mir die Un-ternehmung als eine solche, die Deinem kühnen Geists und Deinemguten Schwerte entspricht. Der Ruhm eines günstigen Erfolgeswürde für tausend kleine Fehler, die Du in der Hitze und Unbe-sonnenheit der Jugend begingst, Ersatz leisten."
Don Luis heftete in stummer aber ernster Aufmerksamkeitfast eine Minute seine Blicke auf die glühenden Wangen und dieleuchtenden Augen der schonen Schwärmerin; denn der Zahn desZweifels und der Eifersucht hatte ihn gefaßt, und er fragte sichmit dem Selbstmißtrauen der wahren Liebe, ob er auch der Theil-nahme eines so schönen Wesens würdig sey, woraus denn allerleiBedenken über den Grund, warum sie seine Abreise wünschte, erwuchsen.