„Dieß ist allerdings sein Verdienst oder sein Fehler, Sennor.Wenn er jedoch auf die Wünsche der Donna Beatriz, oder aus meinenRath gehört hätte, so würde er seine ritterliche Laufbahn nichtunterbrochen haben, um eine andere, die so wenig mit seiner Geburtund Erziehung im Einklang steht, aufzunehmen."
„Nicht doch, Vater! Ihr behandelt den Jüngling mit unver-dienter Strenge. Man kann von einem Manne, der sein Leben aufdem Ocean zubringt, nicht sagen, daß er es auf eine unedle oderunnütze Weise verschwende. Gott hatte, als er die verschiedenenLänder durch weite Wasserbehälter trennte, nicht die Absicht, daßdie Bewohner derselben sich fremd bleiben sollten, sondern wolltesie ohne Zweifel in Mitten der Wunder, mit denen er das Weltmeerausgeschmückt hat, zusammenführen, damit dadurch Sein Nameund Seine Macht um so mehr verherrlicht werde. In der Jugendgeben wir mehr unseren Trieben als der Vernunft nach, und wirAlle haben wohl in dieser Zeit unsere gedankenlosen Augenblicke.Ich gestehe gerne zu, daß es auch bei mir der Fast war, und bindaher nicht geneigt, diesen Fehler an Don Luis allzustrenge zu nehmen."
„Ihr habt vielleicht aus dem Meere gegen die Ungläubigengestritten, Sennor Colon?" bemerkte der junge Mann nicht wenigverlegen, wie er den von ihm so sehr ersehnten Gegenstand amgeeignetste» zur Sprache bringen solle.
„Ja! und auch auf dem Lande, mein Sohn." — Diese Ver-traulichkeit wollte dem jungen Adeligen nicht sehr behagen, obgleicher nichts dagegen einwendcn konnte. — „Auch auf dem Lande. Esgab eine Zeit, wo ich ein Vergnügen daran fand, zu erzählen, wieich unzähligen Gefahren des Kriegs und der Stürme entkommenbin; seit mich aber Gottes Astmacht zu höheren Dingen angeregthat, welche die Vollziehung seines Willens und die Verbreitung seinesWortes über die ganze Erde bezwecken, mag mein Gedächtnißnicht länger dabei verweilen."
Vater Pedro bekreuzte sich und Do» Luis zuckte lächelnd die