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„Aber lieber Vater Pedro, laß einmal den Hofmeister ausdem Spiel, und gib Dich zu einem vernünftigen Gespräch überdiesen seltsamen Gegenstand herab. Du wirst doch wahrlich nichtannehmen, daß die Erde rund sey?"
„Ich gehe in dieser Sache nicht so weit, als Andere, Luis;denn ich finde in der heiligen Schrift Schwierigkeiten, welche einesolche Einräumung nicht zulasten. Doch setzt mich der Umstandmit den Segeln sehr in Verwirrung, und ich habe oft de» Wunschgehegt, auf das Meer zu gehen und von einem Hafen in denandern zu fahren, um mich selbst davon zu überzeugen. Auchwürde ich diesen Versuch gemacht haben, wenn mich nicht, so oftich mich auf einem Schiffe befinde, eine schlimme Ucbelkeit an-wandclte."
„DaS wäre eine würdige Verschleuderung aller Deiner Weis-heit," rief der junge Mann lachend. „Ich mochte es wohl mitansehen, wie Vater Pedro de CaraScal, nach dem Beispiele seinesalten Zöglings, ein Herumstreicher würde, und das obendrein nurwegen eines seltsamen Einfalls. Aber beruhige Dich immerhin,mein vortrefflicher Vetter und verehrlicher Lehrer, denn ich kannDir die Mühe ersparen. Bei allen meinen Reisen zu Wasser undzu Land — und Du weißt, es sind deren nicht wenige für meineJahre — habe ich die Erde immer eben, und das Meer am aller-ebensten gefunden, etwa einige unruhige Wellen ausgenommen."
«Kein Zweifel, daß es dem Auge so vorkömmt; aber dieserColon, der weit mehr Reisen gemacht hat, als Du, denkt anders.Er behauptet, die Erde sey eine Kugel, und wenn er nach Westensegle, so könne er Punkte erreichen, zu denen man bisher nurdurch eine östliche Fahrt gelangte."
„Bei St. Lorenzo, das ist ein kühner Gedanke! Hat derMann wirklich die Absicht, sich in das große atlantische Weltmeerzu wagen und darauf so lange fortzuschiffen, bis er irgend einfernes und unbekanntes Land erreicht?"