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11 (1846) Donna Mercedes von Castilien, oder die Entdeckung von Amerika
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sie einen günstigen Eindruck gemacht hatte, und mit der Empfind-samkeit des WeibeS fühlte sie bei dieser Entdeckung, daß untersolchen Umständen ihrem Herzen nichts im Weg stehe, sich denEindrücken der Zärtlichkeit ganz hinzugeben. Die wechselseitigeFreude bahnte bald einer ungebundeneren Unterhaltung den Weg,und ehe eine halbe Stunde vergangen war, gelang es dem Erz-bischof, der zwar in seiner amtlichen Stellung keine Vertrautheitmit der Sprache und den Wünschen von Liebenden kundgebcn durfte,obgleich er in der That mit beiden hinreichend vertraut war, diezwei oder drei anwesenden Höflinge in ein anstoßendes Gemach zuschaffen, wo er sie, da die Thüre fortwährend offen gelassen wurde,so geschickt aufzustellen wußre, daß weder das Auge noch das Ohrvon den Vorgängen innerhalb etwas vernehmen konnte. Was Beatrizvon Bobadilla anbelangt, deren Anwesenheit in dem Gemache ihrerköniglichen Herrin durch die weibliche Etiquette geboten wurde, sowar sie zu sehr mit ihren Gedanken an Andres de Cabrera beschäf-tigt, daß ein halbes Dutzend Kronen zwischen dem königlichen Paarhätten ausgetauscht werden können, ohne daß sie etwas davon be-merkt haben würde.

Obgleich Jsabella jene milde Zurückhaltung und weibliche Be-scheidenheit, welche eine so gewinnende Anmuth um sie verbreiteten,selbst bis zu dem Tage ihres Todes bewahrte, so wurde sie dochmit dem Fortschreiten des Gesprächs allmählig ruhiger; und indemsie sich auf ihre Selbstachtung, auf ihre weibliche Würde, und zu-gleich auch nicht wenig auf jene Schätze deS Wissens verließ, welchesie, statt ihre Zeit wie andere ihrer Stellung mit den Nichtigkeitendes Hoflebens zu verschleudern, mit vielem Fleiße gesammelt halte,fand sic sich bald wieder in ihrem ursprünglichen Elemente, wennsich auch ihr Geist nicht ganz in jenem Zustand von Ruhe befand,der gewöhnlich ihren Charakter bezeichnet-.

Ich hoffe, eS ist nun nicht mehr nöthig, die Einsegnungunserer Verbindung durch die heilige Kirche länger zu verzögern,"