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Herders Gedichte.
Organ ist, der im Wasser kühlt und rauscht,
In Flammen glüht, und mir sich selber kämpftZur Allerhaltung. Thätliche Gedanken,
Nicht leere Worte bildet er Dir vor,
Und denkt in ihnen. Blickt die Blume nichtVerständiger Dich an, als Du sie anblickst?Selbstständig lebt sie, und genießet sichUnd dient der Schöpfung. Schau' im letzten StrahlDer untergehenben Sonne ihre Pracht,
Vernimm tun Zeichnenden, der sie umschwebtMit gold'ncm Griffel; hör' im Rauschen hier,
Tort im Gesang, im Lispel dort, den Geist,
Dcss Stimme nicht Gesang und Lispel ist.Gedankenvoll , verstandvoll ist die Schöpfung,'
Ein großes Herz, das Wärm' in alle Adern,
In alle Nerven Glut der Fühlung gießtUnd sich in Allem fühlet. Er zerstörtUnd bauet stets; die große Mutter trägtIn jedem Augenblick ein junges KindMit neuer Mutterfreud' an ihrer Brust.
Sich schöner zu verjüngen, altet sie.
Was nicht mehr wirken, nicht genießen kann,
Das welket und wird unsichtbar; es lebtIm Andern schon verjüngt und munter. — SieErfreuet sich in Allem, liebet stetsDie alten immer jungen Formen', schautIn jeglicher Veränderung neu sich an,
In vielen Blumen und Gedank^nweisen.
In Pflanzen, Tburen, Menschencharakteren
Erkennt sie sich; Du schauest sie nur an
In deiner Art; der große rege Geist
Nur er versteht, und denkt und fühlt sich ganz."