Auch schweigend ruft die Nacht mir ew'qen Tag!Durch alles waltet Gott zum Menschenwohl,
Der stumme Schlaf wird Lehrer, selbst der TraumMit seinem Gaukeln winkt uns Wahrheit zu.
Warum bewein' ich denn verloren sie,
Die nicht verloren sind? warum denn irrtUnglücklich der Eedank' um ihre Gräber?
Ungläubig traurcnd? Weilen Engel hier?
Schlaft Himmelsfeueb hier verscharrt >m Staub?
Sie leben! — ja sie leben ein auf ErdenUnangefachtes, unbegriffnes Leben,
Und aus dem Aug' voll HimmelszärtlichkeitFallt eine Mitleidsthrän' auf mich herab,
Der kodier ist, als sie. Hier ist die Wüste,
Die Einsamkeit; das Grab ist lebenreich,
Ist volkreich. Hier nur ist das Leichenthal,
Der Schöpfung melancholisches Gcwölb,
Das traurige Eypressen-Dunkel; HierDas Land der Schatten und Erscheinungen;
Ja, Alles, Alles auf det Erd' ist Schatten —Und jenseits Wesen: nur die Thorheit glaubtEs anders. O wie wahr muß alles seyn,
Wo Nichts sich mehr verändert! Unsers DaseynsIst dies die Knospe, ist der Morgcnanbruch,
Oie Dämmerung unsers Tages, nur der Vorhof,Und Ltbens wahrer Schauplatz noch verschlossen lDer Tod, der strenge Tod allein kann hebenDen schweren Riegel-—