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Zur schönen Literatur und Kunst Theil 16 (1821) Gedichte ; 2
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Herders Gedichte.

Aus dem Italienischen

des Michael Angel o.

Im hohen Alter.

Ach ich Armer, wenn ich an die JahreMeines Lebens nun zurück gedenke,

Ach von allen nicht ein Tag, der mein war!

Eitles Hoffen, trügendes Verlangen,

Wünsche, Seufzer, Gram und Stolz und Liebe,(Was ein menschlich Herze je gefühlt hat,

Ist nicht neu mir!) Alles zog wohin mich?

Ach, wie fern vom Guten und der Wahrheit!

Und ich gehe nach und nach zum GrabeUnd der Schatte wachset und die SonneWird mir trüber, bald erstick ich kraftlos.

* * *

Schwache Seele, da der Jahre FeileDeinen müden Körper stündlich abnagt;

In vielleicht in kurzem deine BürdeGar dir absallt und du dich in andcrm

Deinem wahren Vaterlande findest;

Kannst du immer noch den alten Trieben,

Die dich Schwachem, Acltern, immer mehr jaDrücken, geiscln, peinigen noch dienen?

Ach, du mußt! O Gott, so leih' mir Kräfte!(Dir verhehl' ich's nicht. Kleinmüthig neid' ichDie entseelten Todten. Also zittert

Vor