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Zur schönen Literatur und Kunst Theil 16 (1821) Gedichte ; 2
Entstehung
Seite
92
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S2

Herders Gedichte.

Kein lauschend Ohr, kein Auge findet Etwas:

Die Schöpfung schlaft. Als ob der große PulsDes Lebens stille stund' und die NaturPauflrtc fürchterlich pausirte! sichProphetin ihres Endes! Kam' es bald!

Laß fallen deinen Vorhang, Schicksal! mehrKann ich verlieren nicht!

O Finstcrniß

Und Stille heilige Schwestern! ZwillingeDer alten Nacht, die den Gedanken zartErziehen zur Vernunft, und auf VernunftEntschließung bau'n (Pfeiler der MajestätIm Menschen!) steht mir bei! ich will euch dankenIm Grabe, euerm Reich! da wird mein LeichnamEin Opfer fallen euerm grausen Altar

Doch was feyd Ihr?

O du, der in die FluchtDie Urnacht trieb, als Morgensterne jauchzendD-'M neuentschwungnen Erdenball frohlockten,

Du, dessen Wort aus dichter Dunkelheit

Den Funken schlug, die Sonne schlage Weisheit

Aus meiner Seele, die zu dir ausfleucht,

Dir, ibrer Zuflucht, ihrem Schatz, wie KargeZu ihrem Golde fliehn, wenn alles schlaft.

Durch's Dunkel meiner Seel' und der Natur(Diefi doppelt Dunkel!) send' erbarmend mirNur einen Serahl, zu leuchten und zu warmenO leite meinen Geist, der gerne weitEntkäme seinem Schmerz leit' ihn hindurchDie manchen Sccnen Lebens und des Todes,

Daß jede mit den edelsten GedankenNegeistre mich, und nicht nur dies mein Lied,

Mein Leben auch! Vernunft lehr' meine beste