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Herders Gedichte.
Ein Mensch zu sehn, was Gott und Teufel sey?Und was er sah, es laut zu sagen? DemDie Stimme zu verstopfen in den Schlund,
Der Gott den Teufel nennt, den Teufel GottUnd auf den NackeN seiner Brüder trittUnd Ruh' und Unschuld höhnet? Waqet's nochEin Mensch den andern Wahrheit zu vertrau»,Arznei dem Kranken, dem die ArzeneiJa bitteres Gift nur würde? Heucheln sieSich nicht mit süßen Aeffcrcien todt?
Und freuen sich des Todes. Findet sichAus Jrrlhum irgendwo ein Fünkchen Wahrheit;Schnell muß das Fünkchen Wahrheit wiederumZum Jrrthum werden. So dreht wunderbarDer Volker, Zeiten, der Geschlechter RadSich auf und ab, erhebet oder stürzt,
Zerquetschet aber immer. Sind wir weiterGekommen in der Zeiten Wirbellauf?
Sind wir zurück? Was ist geschchn, dasNicht jetzt gescheh? und was geschichet, dasNicht immerdar qefchehen werde? Sieh,
(Sprach ich zu mir, und nagete mein Herz,)
Den Aufgeklärten hier, der Tugend höhntUnd Gott verachtet, andere verführtUnd sich ermordet; sieh den Wilden dortAn Seelands Ufer, der den Schlamm des MeersIn faulen Fischen frißt und kaum die Sonn'Erblickt und einen Gott kaum nennet! — ha!Den Gott, der ihn auch zur Unsterblichkeit,
Zu feinem Bild erschaffen! —
Da versank
Mein Geist in öden Schlummer. Vor mir standEi-n schöner Engel. Licht wo» sein Gesicht,