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Zur schönen Literatur und Kunst Theil 16 (1821) Gedichte ; 2
Entstehung
Seite
71
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Zweiter Th eil. 71.

Ein Abstrahl, ewig, wie das ew'ge Licht.

Geneuß Dich ganz in ihm, auf ihm, dem BaumDes Lebens ein lebend'ger Zweig; im MeerDer Allvollkommcnheit ein Tropfe Du:

Ein Mitklang in der Wesen Harmonie.

Was ist's? was reichet an dies göttlicheGefühl in mir der Ewigkeit, durch Gott!

Kein Engel, keine Macht der Schöpfung, nichtZufall, noch Schicksal, weder Gegenwart,

Noch Zukunft scheidet mich von Ihm, von Ihm!Könnt' er sich selbst zerstören? kann cm GliedDes ew'gen Seyns, der cw'gen Liebe sichIn Nichts verkehren? Tauch herab, Geschöpf,

Tauch tausendmal herab in's dunkle ReichDes Unsichtbaren; vor ihm ist es Tag,

Er selbst durchstrahlet es: er hebet dich,

Er hebet sich in Dir, dem sinkenden,

In Reichen ew'ger Ordnung neu empor.

O Wandelgang der Schöpfung! Labyrinth,Das dunkel uns, sich ganz von Lichte webtUnd nur zu-göttlich hell, uns dunkel wird.

So scheint, was sich am schnellesten bewegt,

Für uns zu ruhn: so schweiget unferm OhrDer lautste Sterncnklang: was sich gebiertUnd rastlos fortgebiert, das schlummert uns;

Und aller Wesen Abgrund wird uns Nichts.

Verborgner Gott, Du mir so fern und nah,Andringend mir, in meinem InnerstenDurchfassend mich, und will dich die Vernunft,

Die Mücke, fassen, 0 so findet sie