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Herders Gedichte.
Ein ewiger, endloser Quell, BegriffVon allem, was da lebt, genießt und ist:
Anfang und Ende jeder Kreatur:
Ein ewig Seyn, doch über allem Seyn:
Ein rastlos Weben in der tiefsten Ruh:Gedanlenguell, aus dem, was Bild und Form,Vorstellung, Wunsch und Streben ist, entsprang,Und stets entspringet und nach ihm verlangt,
Nie ihn erreichend, nie ibn fassend. Du,Zusammenkiang der Sphären, Du, ihr AnklangUnd Ausgang, Kraft der Kräfte, tiefstes SeynJedweden Seyns: Der ist und war und seyn
wird.
Wie fass' ich Dich, den keine Räume fassen .Du nirgend und doch über-überallUnd allenthalben ganz, in jeder KraftDer volle Gott, wie ihn das Pünktchen RaumZu fassen nur vermag. Vor aller ZeitUnd in und außer aller Zeit bist Du!
Denn das, was Welt und Zeit und Ordnung heißt,Ist nur ein Schattezug, ein Bild von Dir,
Für unfern Geist, nicht für den Ewigen.
Sein Ewig Wort gebar und trägt sich selbst,Entwickelt alles, stets vollendet; stärktUnd hebet Alles ohne Seiner KraftVeränderung, Der Wesen Abgrund, FülleDes Dafeyns: Kurz Er ist's, er ist es gar.
Versenke Dich in ihm, Gedanke: steig'
Hin in den Abgrund aller Secligkcit
Und Macht und Liebe: Du, der auch von ihm
Bist ein lebcnd'ger Schatte, bist von ihm