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Herders Gedichte.
Ehrwürdige! Du Tausendkünstlcrin,
Penelope, die ihren Schleier stickt
Und trennet, die des Menschen sauren Schweis,
Der Brüder Blut, und aller ihrer Kinder
Geliebte Äsche sammlet und sie treu
An ihren Busen drückt, mit Thrancn sie,
Mit warmen Seufzern sie dann neu beseelend. —
Und so denn will ich dich genießen, willDich jetzt auch ansehn, mütterliches Land,
Du reichst mir Blumen; doch nur für den Tag,Erquickst mit Früchten nur den Wanderer,
Der nackct auf dir ankam und dich nacktVerlassen wird, wenn seine Stunde schlägt.
Dann lebe wohl, du liebes Erdenrund,
Du Tropfe Stein und Leimen, der dem SchoosDes Chaos einst entfloß und festgerannUnd sich begrünte, dann ein großes HeerBon Lebenden gebar und sie begrub,
Und wieder wegschmilzt in des Chaos Nacht.
2 .
Mir öffnet sich der Erde weites Reich!Borübergchcn mir Jahrhunderte —
Und Volker. — Welch ein weiter Schattenzug! —Ich sehe Könige mit ihren KronenJn's Grab hinsinkend; sehe Schaar auf SchaarSie streiten, bluten, morden, quälen sich --Um eine Handvoll Erde, um ihr Grab.
Ameisen seh ich, kämpfend um den Halm,