36 Herders Gedichte.
Noch sendet sie ihr Strahlenmecr,
Das weite Weltall um sich her-Mit Leben zu entzünden."
Doch sieh, wie sanft sich in der LuftDie Nebel rings zerstreuen;
Sie laßt den Eulen ihre Kluft,
Dem Maulwurf seine düstre GruftUnd will mit Licht erfreuen.
So laß wenn deine Flammen glühn,Nicht schrecken sie, nicht toben.Laß, wer da fliehen will, entflieh»!Was blühen kann, wird durch sie blühnUnd dich als Sonne loben.
Die edlere Rache.
„Auf! rache dich!" sprach ein gerechter Zorn,Der starkbcwaffnet Nur im Herzen saß,
„Auf, rache dich! und gieb der Welt und NachweltZu wissen, Seine Schmach und deine Unschuld."
Erschüttert ward mein Geist, wie auf den KlanaDer kricg'rischen Trvmmet' ein edles NoßEmpor schnaubt und den Sporn verachtet.
Doch
Ein zweiter edlerer Gedanke stiegIn mir empor und hielt den Zügel ihm,