Zweiter Theil.
Patientin heiss' ich; zwar schämet der fröhliche
Kranz von
Myrthen sich meiner, doch blüh ich zur Erqui-ckung ihm nah.
Kranze dich heut mit mir; dein Herzen nahe ver-wandeln
Sich die Blumen und sind, was du sie wün-schest zu sevn.
Die sinnende Zeit.
Du blickest ernst auf deine Sense nieder,
Die alles mäht, du alter Gott der Zeit!
Suchst du die Blumen in dem Staube wieder,
Die mordend du dem Moder hast geweiht?
Wie, oder ruhen deine müden Glieder
Vom traurigen Geschäft, das Allem dräut;
Und blickst mit Schmerz auf Millionen Leichen,
Die jetzt vielleicht im Grabe dich erweichen?
Ach nicht! der Blick, mit dem die Götter sinnen,Ist Ruhe, wenn sic mah'n und mäh'n nichtmehr.
Ihr Enden ist ein ewiges Beginnen;
Sanft ist ihr Blick; nur ihre Hand ist schwer.
Was jetzo sprießt, es eilet schnell von hinnen,
Was wieder kommt, entflieht, wie das vorher.
Drum laß mich, eine Blume, dir zu Füßen,
O Gott der Zeit, mrch nur mein Jetzt genießen.