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Herders Gedichte.
Die goldene Aue*).
Reiches goldenes Thal! Mit Einem Blicke gewahrst
du
Wald und Felder und Strom, Hauser undHecrdcn und Au'n.
Langsam krümmet dein Pfad sich zu dir nieder, in
jedem
Tritte giebt er das Thal weiter und weiter zuschau'n.
Also steiget die Jugend hinab in's Leben; cs lockt
sie
Ungesehener Lust reicherer Busen hinab,
Bis sie rückwärts klimmet, das Thal verlassend; sie
blicket
Mühsam nieder; es wird enger und enger dasThal,
Bis cs im letzten Blick wie ein Traum verschwindet.
So lebet
Wohl denn, beides ein Traum, Leben und gül-dene Au'l
Die unbekannte Blume.
„Unansehnliches Blümchen, wer bist du?" Du ken-nest mich also
Nicht? und hast du mich denn auch nimmervermißt?
*) Ein schönes fruchtreiches Thal im Weimar'schen.