Druckschrift 
Zur schönen Literatur und Kunst Theil 16 (1821) Gedichte ; 2
Entstehung
Seite
29
Einzelbild herunterladen
 

Zweiter Theil,

29

Vergleichung.

Wie der köstlichste Wein von seinem Boden Ge-schmack nimmt.

Säst und Farbe; so sind wir die Gewächse derZeit;

Dies kocht reifer die Sonne, dem giebt sie süßere

Anmuch,

Aber des Bodens Natur ändert nicht Sonne,noch Zeit.

Die tragische Muse.

Unfern eigenen Schmerz durch fremde Schmerzen zu

mildern,

Durch mitleidige Furcht uns zu erheben denMuch,

Dazu betrat die Muse den griechischen Kothurn und

erscheinet

' In verkleideter Tracht dir mit dem männlichen

Trost.

Götter und Menschen tragen des Schicksals wechseln-de Bürden;

Wer sic am besten erträgt, ist unter Menschenein Gott.