Herders Gedichte.
In Amphitritcns Silberschoos versunken,
Wallt dort und zittert noch der Senne Licht;Und droben blühen schon der Liebe Funken,
Die Sterne; sich! auch Luna säumtt nicht; .Sie schleicht heran mit zarten Sübcrsüßcn, ^Um ihren Liebling, ihren Freund zu grüßen."
„Da sieht sie sich bescheiden in dem Spiegel
Der W llen an, und weilt, und schämet sich.Und sehnend hebt die Welle sich zum Hügel,
Sie liebt, sie will umfassen, Luna, dich:
Denn auf ihr g'immt der Li.be strahlend Siegel,Ihr zarter Blick durchdringend dich und mich,Der Göttin Anblick, die mit süßen SchmerzenDein Herz durchdcin^t und aller Wesen Herzen."
„Den Göttern selbst bei ihren KöttermahlcnIst Lieb' allein der Freuden Uebcrfluß;
Da labet Zevs sich in den süßen Strahlen
Des schönen Jünglings mit dem cw'gen Kuß;Er blickt ihn an, er blickt zu tauscndmalenUnd fühlt der Gottheit Wesen und Genuß,Fühlt Götterfcu'r in keinen Adern fließenUnd neues Leben sich ducch's Weltall gießen. "
„Der Götrer Bild und Liebling in der KetteDer Erdewcscn, Er, der schönste Ring,
Der Mensch — o, daß er noch das Kleinod hatte,Das Zevs ihm liebend um den Busen hing!
Er fühlte mit den Göttern um die Wette
Den Kuß, mit dem ihn die Natur umfing;Und Liebe, Sic, die Führerin der Wesen,
Würd' auch von ihm zur Führerin erlesen "
/ - / ...