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Zur schönen Literatur und Kunst Theil 16 (1821) Gedichte ; 2
Entstehung
Seite
18
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Herders Gedichte.

In Amphitritcns Silberschoos versunken,

Wallt dort und zittert noch der Senne Licht;Und droben blühen schon der Liebe Funken,

Die Sterne; sich! auch Luna säumtt nicht; .Sie schleicht heran mit zarten Sübcrsüßcn, ^Um ihren Liebling, ihren Freund zu grüßen."

Da sieht sie sich bescheiden in dem Spiegel

Der W llen an, und weilt, und schämet sich.Und sehnend hebt die Welle sich zum Hügel,

Sie liebt, sie will umfassen, Luna, dich:

Denn auf ihr g'immt der Li.be strahlend Siegel,Ihr zarter Blick durchdringend dich und mich,Der Göttin Anblick, die mit süßen SchmerzenDein Herz durchdcin^t und aller Wesen Herzen."

Den Göttern selbst bei ihren KöttermahlcnIst Lieb' allein der Freuden Uebcrfluß;

Da labet Zevs sich in den süßen Strahlen

Des schönen Jünglings mit dem cw'gen Kuß;Er blickt ihn an, er blickt zu tauscndmalenUnd fühlt der Gottheit Wesen und Genuß,Fühlt Götterfcu'r in keinen Adern fließenUnd neues Leben sich ducch's Weltall gießen. "

Der Götrer Bild und Liebling in der KetteDer Erdewcscn, Er, der schönste Ring,

Der Mensch o, daß er noch das Kleinod hatte,Das Zevs ihm liebend um den Busen hing!

Er fühlte mit den Göttern um die Wette

Den Kuß, mit dem ihn die Natur umfing;Und Liebe, Sic, die Führerin der Wesen,

Würd' auch von ihm zur Führerin erlesen "

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