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Zur schönen Literatur und Kunst Theil 16 (1821) Gedichte ; 2
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Zweiter Th eil.

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Und dir im Auge, jetzt von Thronen trübe,

Jetzt freudetrunken himmlisch glänzt, ist Liebe."

Die Liebe nur ist Schöpferin der Wesen ,

Ihr Herz und Geist, ist ihre LehrerinUnd Lehre. Willc du rings im Buche lesen,

Das um dich liegt, lies diesen Inhalt drin»;Und will dein Geist, und will dein Herz genesen,So folge rein der hohen Führerin.

Wer außer ihr, der'Mutter alles Lebens,

Natur und Wahrheit suchet, sucht vergebens,"

,,S i e ist Natur; sie wählt und knüpft Gestalten ,Sic bildet Wesen und bcsceligt sie,

Sie laßt, den Keim zur Blume zu entfalten,

Die Blume liebend blüh'n in süßer Müh.

Die zarten Bande, die das Weltall halten,

Die ewig rege, junge Sympathie,

Die Harmonie, nach der die Wesen brennen,

Wie willt du anders es, als Liebe nennen?"

Schau, wie die Welle freundlich hier am RandeDes Ufers scherzet, und es zart begrüßt;

Sie gleitet weg von dem geliebten Strande,Zerfließend, wie der Lippe Kuß zerfließt;

Und kehrt zurück zu dem geliebten Lande,

Wie wiedelkehrend sich das Herz ergießt;

So drangen sich mit immer-neuem SchwellenIn aller Schöpfung Meer der Liebe Weilen."

Und sieh, wie dort der ganze Himmel trunkenSich spiegelt in des Meeres Angesicht;

Herders Werke Lit, u. Kunst, XVI, B Se-l-c/rte ll.