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Ein anderer Weg, auf dem später aus dem Orient Kennt-nisse zu uns gelangten, geht über Venedig. Die Gelehrten desAbendlandes dürften z. B. durch Vermittlung der Kaufleuteder Lagunenstadt die Kenntniß der Bestimmung des specifischenGewichtes erhalten haben. Das specifische Gewicht ermöglichtes bekanntlich die verschiedenartigsten Körper, selbst wenn sie ganzgleich aussehen, voneinander zu unterscheiden.
So gestattete eine Bestimmung desselben dem Archimedes,dem König Hiero mitzutheilen, daß seine Krone nicht aus reinemGold sei, wie der Goldschmidt behauptete, sondern aus einerMischung mit Silber, und er konnte auch den Gehalt an Silberangeben, und zwar alles dies ohne die Krone zu zerstören.Die Bestimmung des specifischen Gewichtes wurde für Handels-zwecke von höchster Bedeutung: es diente zur Unterscheidungechter und unechter Edelsteine. Verschiedene Methoden wurdenersonnen. So besonders eine von Al Birün!, einem der scharf-sinnigsten arabischen Gelehrten, welcher in Indien lange Zeitam Hof der Gaznewiden lebte, jener Fürsten, die in höchsterToleranz Vertreter aller Glaubens- und Meinungsrichtungenan ihren Hof beriefen, um diese kennen zu lernen. Hier ver-faßte Al Birüni ein Werk über Indien; in ihm bespricht er dieErkennung der Edelsteine, giebt seine Methode an, die specifischenGewichte zu ermitteln, und erhielt Werthe, die sich durch großeGenauigkeit auszeichnen. Als Konstantinopel und der Orientin die Hände der Türken kam, haben sie sich schon arabischeKultur angeeignet, wie die vielen Uebersetzungen arabischerWorte in ihre Sprache zeigen. In türkischer Sprache ist unsnun ein Lehrbuch der Edelsteinkunde erhalten, das gerade diespecifischen Gewichte betont. Die Venetianer haben von diesemwie es scheint allgemein üblichen Verfahren Kenntniß erhalten.Galilei, der-oft in Padua, in der Nähe Venedigs weilte, mitdessen vornehmen Familien ihn auch mannigfache Beziehungen
(SO)