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Ueber die Naturwissenschaften bei den Arabern
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eine große Anzahl der noch erhaltenen Übersetzungen insLateinische. Aber nicht allein die in das Lateinische über-tragenen Werke dürfen wir herbeiziehen, wenn es sich darumhandelt, nachzuweisen, wie viel das Abendland den Arabern ver-dankt. Die nach Toledo kommenden Gelehrten lernten dortviele andere Werke kennen und gaben von deren Inhalt nachder Rückkehr in die Heimath ihren Landsleuten Nachricht. EinStudium der Geschichte der konkreten Kenntnisse des abend-ländischen Mittelalters in den Naturwissenschaften läßt amdeutlichsten den großen Einfluß der Araber erkennen.

Jüdische Aerzte aus den nach Spanien und Portugalausgewanderten Stämmen vermittelten oft den Uebergang.Ihnen war die Landessprache bekannt und zugleich war ihreSprache dem Arabischen nahe verwandt. Das Arabische zeigtuns noch die volleren Formen, wenn auch die Sprachdenkmälerdes Hebräischen weiter hinaufreichen. Der jüdische oder arabischeArzt, der zugleich Astrolog ist, tritt uns in dem Leben vielerHohenstaufenkaiser entgegen, deren größter Fürst, Friedrich II.,manche seiner Anschauungen arabischen Einflüssen, die in Sicilienauf ihn wirkten, verdankt.

Diese Aerzte waren an den Schulen zu Granada, Sevilla,in den wegen ihrer Glaubensstrenge berühmten nordafrikanischenSchulen und Krankenhäusern gebildet. Bei ihren Wanderungennach dem Norden brachten sie die arabischen Werke mit. DaßJuden und nicht etwa Lateiner oder Griechen die Uebersetzungenbesorgten, erkennen wir aus der Form vieler Eigennamen. DieJuden verwandelten das d des Wortes Jbn (Sohn) in ein v.Daher sagen wir Avicenna, Averroes. Die Männer heißenJbn Sina, Jbn Roschd. Sehr viele Schriften des Alterthumssind so dem Occident zuerst durch Uebersetzungen aus dem Ara-bischen bekannt geworden, erst später legte man die erhaltenengriechischen Handschriften dem Studium zu Grunde.

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