gleichzeitig große Verdienste um die Medizin erworben hat,geschildert.
Abu Bekr Muhammed Ben Zakarija er Nazi (Rhazes) war ausRaj, einer Stadt Chorasnns, gebürtig und daselbst erzogen.Er zeigte von Jugend auf eine große Neigung für die Wissen-schaft und erwarb sich gute philosophische und philologischeKenntnisse. Am meisten sprach ihn aber Musik an; bis in seindreißigstes Jahr war er nur als guter Sänger und Zither-spieler bekannt. Daneben soll er auch Wechselgeschäfte betriebenhaben. Mit fortschreitenden Jahren erschien ihm diese Lebens-weise nicht mehr als ehrenvoll und er wandte sich mit allem Eiferdem Studium der Medizin und Philosophie zu. Dazu begaber sich nach dem damaligen Hauptbrennpunkt geistigen Lebens,nach Bagdad. Nachdem er sich dort vorzügliche Kenntnisse er-worben, kehrte er nach Raj zurück und wurde Direktor desdortigen Krankenhauses. Später übernahm er eine analogeStellung in Bagdad.
Er-Razi wurde der Galen seiner Zeit genannt. Bei denRegierenden seiner Tage stand er in hohem Ansehen.
So glänzende Erfolge er mit seiner medizinischen Tätig-keit erzielte, so wenig glücklich war er in der Ausnutzung seinerchemischen Kenntnisse. Daß er hier wirklich Tüchtiges geleistethat und einen klaren Blick besaß, ersehen wir aus seinen unshandschriftlich erhaltenen Schriften.
Eine dieser Schriften, „die Bestätigung der Kunst derChemie", überreichte er einem Fürsten el Man^ur, zu demer von Bagdad hinreiste. Dieser war hoch erfreut und gabihm 1000 Dinare, um die angegebenen Versuche auzustellen,und bewilligte in dem Wunsche, die beschriebenen Entdeckungenzu sehen, eine große Summe zur Anschaffung der nöthigenApparate. Als aber die Versuche nicht glücken wollten, sagteder darüber erzürnte el Man^ur: „Ich hätte nicht geglaubt, daß