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ein Gelehrter daran Gefallen fände, die Lügen noch durch Bücherzu bekräftigen, denen er einen philosophischen Anstrich giebt,und an denen sich dann die Menschen ohne Nutzen abmühen.Für deine Bemühungen habe ich dich mit 1000 Dinaren reich-lich belohnt, jetzt muß ich dich für deine Lügen bestrafen." Mitdiesen Worten erhob el MaiMr seine Peitsche, schlug Er-Raziüber den Kopf, ließ ihn aufpacken und schickte ihn nach Bagdadzurück.
Der Schlag hatte Er-Nazis eines Auge so schwer verletzt,daß er nach und nach erblindete; anfangs wollte er sich operirenlassen, doch frug er zuerst den Operateur, was ganz charakte-ristisch ist, nach dem anatomischen Ban des Auges. Als dieserihm die Frage nicht beantworten konnte, sagte er: „Wer dasnicht weiß, soll auch kein Instrument an mein Auge bringen",und als man ihm vorstellte, die Operation könnte doch gelingen,antwortete er: „Ich habe soviel von der Welt gesehen, daß ichihrer überdrüssig bin."
Er-Razi war so freigebig, daß er arme Kranke nicht nurunentgeltlich behandelte, sondern ihnen oft noch Geld dazu gabund selbst in der Dürftigkeit lebte. Er starb im Jahre 320,der Flucht Muhammeds, also etwa 932 nach Christus, inhohem Alter. Die Geistesrichtung des Mannes und gewisseAnschauungen seiner Zeit charakterisiren folgende Aussprüche:Wenn Galen, der berühmte griechische Arzt, und Aristotelesvon einer Meinung sind, so ist dies zuverlässig wahr. Sindsie aber verschiedener Ansicht, so ist dem Gelehrten schwer,das Richtige ausfindig zu machen. Es erinnert dies an dieviel spätere Aeußerung eines Jesuiten, der, als ihm PaterScheiner meldete, er habe auf der Sonne dunkle Flecken gesehen,antwortete: „Mein Sohn, ich habe weder in der Bibel noch imAristoteles etwas von solchen Flecken gelesen, sie werden daherwohl in deinem Auge sich befunden haben."
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