Druckschrift 
Ueber die Naturwissenschaften bei den Arabern
Entstehung
Seite
20
Einzelbild herunterladen
 

20

hohl gegen das hereinfallende Licht. Sie zerlegten anatomischdas Auge und lehrten die Gründe kennen, warum wir, trotzdemwir zwei Augen haben, deren jedes ein Bild der umgebendenWelt aufnimmt, jedes Objekt doch nur einmal sehen.

Von den Gebieten des Magnetismus wußte man imOrient nur wenig, die Eigenschaft gewisser Steine, das Eisenanzuziehen, kannte man. Viele Fabeln, wie die vom Magnet-berg, knüpfen sich daran. Man verglich die in die Fernewirkende Kraft der Magneten, bei der doch der wirkende Körperan Gewicht nicht abnahm, wie den Arabern besondere Messungenzeigten, mit der Aussendung des Moschnsgeruches, der auch, ohnedaß der duftende Körper merklich leichter wird, ein ganzesZimmer erfüllt.

Weiter kam man in der Erklärung nicht. Stets war fernerarabischen Dichtern die Wechselwirkung zwischen Magnet undEisen ein beliebtes Bild für die Zuneigung zweier Liebenden;wie der Magnet das Eisen anzieht, so, singen sie,, zieht auchder Liebende die Geliebte an.

Das Abendland verdankt der Vermittlung der Araber denKompaß. Nach Dozy kannten die Araber den Kompaß schonim Jahre 854 unter dem Namen Qaramit, von dem sich dienoch jetzt in Italien gebräuchliche Bezeichnung Calamita ableitet.

Ein gewisser Bailak aus Kisgak berichtet uns: „Von denSeeleuten, die das indische Meer befahren, erzählt man, daßsie sich eines kleinen hohlen Fisches aus Eisen bedienen, den sieso herzustellen wissen, daß er, wenn man ihn auf eine Schalemit Wasser legt, oben schwimmt und mit seinem Kopfe undSchwanz nach beiden Seiten, nach Nord und Süd, zeigt." DerEisenfisch wird vorher magnetisirt. Dieser magnetische Fischfindet sich noch jetzt in einem bekannten Kinderspielzeug. Essind aber nicht die Araber, sondern die Chinesen die Erfinder des

Kompasses gewesen, von denen er zu den arabischen Schiffern

( 20 )