liegt darin, daß die Null mit einem besonderen Zeichen versehenwird, dessen arabischer Name „Ziffer" jetzt für alle unsere Zahl-zeichen angewandt wird. Ein Zeichen für die Null hatten schondie Alexandriner, wandten es aber nur äußerst selten an. Nurdurch die prinzipielle Einführung derselben ist es aber möglich,mit zehn Zeichen die ganze Fülle der Zahlen zu umfassen undzugleich durch die Stellung den Werth einer Zahl zu bezeichnen, sodaß die 1 sowohl 10 als 100 n. s. w. bedeuten kann. Während manbei den lateinischen Ziffern erst lange Reihen von Operationenzur Bestimmung des Werthes einer Zahl machen muß, so über-sieht man ihn in dem arabischen System mit einem Blick.
Auch die abgekürzte Bezeichnung der Multiplikation, derDivision, wenn auch in etwas anderer Weise als wir sie an-wenden, entstand bei den Arabern. Diese Theile der Mathematiktragen noch jetzt einen arabischen Namen, Algebra. Nicht wenigerals in der Algebra haben die Araber in der Geometrie geforschtund vor allem geometrische Methoden zur Lösung algebraischerProbleme, so zur Lösung von Gleichungen höheren Grades,verwendet. Durch die Fähigkeit geometrische Konstruktionen zurErzeugung von Gebilden, die selbst äußerst verwickelt waren,durchzuführen, durch diese mathematischen, sich besonders auf dieGeometrie erstreckenden Arbeiten wurde dem arabischen Künstler dieMöglichkeit gegeben, in der Weise, wie er es gethan, Decken undWände mit einem geometrischen Liniengewebe zu überziehen. Instets neuen Formen werden Linien und zwar meist gerade, inein-ander gewoben, um die Fläche zu füllen. Dies geschieht in ganzanderer Weise als im persischen Stil, wo es Blumen und ge-wundene Linien sind, welche die dekorativen Elemente liefern.In höchster Vollendung sind diese Liniendekorationen in derAlhambra, der rothen, verwendet; aber auch auf vielen Schalen,Thürfüllungen treten sie uns entgegen. Mit Wonne folgt dasAuge den rhythmisch sich wiederholenden Gestaltungen des halb