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über die aristotelische naturwissenschaftliche Anschauung mehr undmehr siegte, so wäre es auch im Orient geschehen. Ein Beispielhierfür werden wir später kennen lernen, wenn wir die Verdiensteder Araber um die Optik besprechen.
Die Kenntniß der griechischen und lateinischen Autoren kamanfangs nicht direkt durch Uebersetzungen aus der Ursprachein die der Muhammedaner. Die Uebertragung geschah meistdurch die syrischen Nestorianer, denen weder das Griechische,noch das Arabische Muttersprache war. Außerdem war dieSprache der Araber für wissenschaftliche Zwecke noch zu wenigausgebildet. Es kann uns daher nicht überraschen, wenn manin den ersten Zeiten dasselbe Werk nicht einmal, sondern vieleMale übersetzte und viele der Uebersetzungen wieder neu bearbeitete.
Später als die Araber mehr und mehr mit den Griechenund ihrer Sprache bekannt wurden, trat zu dieser mittelbarenUebertragung auch eine direkte, wie sowohl aus den Zeugnissendes oben citirten Jbn Abi Osaibia, als auch aus einer direktenVergleichung der alten Uebersetzungen mit den Handschriftenerhellt. Ein großer Theil der späteren Arbeit besteht in einemErläutern, einem Erweitern des gegebenen Originals. DieseMethode knüpft an die Behandlung der ursprünglichsten arabischenWissenschaft, der Koranerklärung, sowie an die der alten Dichter an.
In den arabischen Schulen, den Medresehs, saß der Lehrerumgeben von seinen Schülern; meist lasen sie ihm und nicht erihnen vor, und er erklärte das Vorgelesene. Seine Auseinander-setzungen schrieben die Schüler dann nieder und verbreiteten sieweit über das Land. Zwar existirten noch nicht die modernenTransportmittel, aber die Beweglichkeit des Individuums wardamals größer als man gewöhnlich annimmt. Die Kommuni-kation war durch die jährlich aus allen Theilen der muhamme-danischen Welt nach Mekka strömenden Gläubigen sehr erleichtert.Die Pilgerfahrt war ja für jeden Gläubigen eine religiöse Pflicht.
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