8
ja nicht einmal überwiegend, denen wir die Arbeiten verdanken,sondern Syrer, Perser, Inder, Kopten, Spanier. Aber alleschrieben in der Sprache Muhammeds, d. h. arabisch. Wirbegegnen hier einer ähnlichen Erscheinung wie im Mittelalterim Occident, wo in allen Ländern die Sprache der Gelehrtendas Lateinische war. Ein Unterschied ist indes vorhanden,nämlich'der, daß in den mnhammedanischen Ländern die arabischSprechenden auch einem arabischen Staate angehörten. Es warenaber nicht nur praktische Kenntnisse, wie Medizin, Jurisprudenzund Verwaltungslehre, die den Arabern durch die Nestorianerzugeführt wurden, sondern auch philosophische; „denn," sagteiner ihrer bedeutendsten Schriftsteller, Jbn Khaldun, „als ihreHerrschaft sich ebenso wie ihr Reich befestigt hatte, als dieAnnahme des seßhaften Lebens sie zu einer von keinem früherenVolk erreichten Kultur geführt, als sie begonnen hatten dieWissenschaften in allen ihren Zweigen zu Pflegen, da kam ihnenauch der Wunsch, die philosophischen Wissenschaften zu studiren,da sie durch die Priester und Bischöfe der unterworfenen Völkervon ihnen hatten sprechen hören, und weil ferner der mensch-liche Geist von Natur aus nach Erkenntniß dieser Dinge strebt,daher bat der arabische Kalif Abu Djafer Elmanyur den Königder Griechen ihm ins Arabische übersetzte Werke zu senden."Der Geschichtschreiber der arabischen Aerzte Jbn Abi Osaibiaberichtet uns ähnliches: „Harun al Raschid habe aus Ammorium,Anagra und anderen Städten Kleinasiens eine große Massegriechischer Bücher als Kriegsbeute mitgebracht. Später ließMamun viele Bücher in Konstantinopel kaufen, wozu er nurmit Mühe vom Kaiser die Erlaubniß erhielt." Jbn Khaldunhat wohl Abu Djafer el Manyur mit Al Mamun verwechselt,El Mantzur hatte zu viele andere Aufgaben zu lösen, um angriechische Wissenschaften zu denken, und war auch zu geizig,um dafür Geld auszugeben.
( 8 )