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Zur schönen Literatur und Kunst Theil 10 (1821) Schriften zur griechischen Literatur
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ein Bote der Götter.

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In einem höheren Sinn leuchtet Pindar allenlyrischen Dichtern vor, als Bote der Götter, Bild-ner der Jugend, Ausleger der Geschichte und Sagen.Ohne Dichtkunst liegen diese wie tobte Steine Deu-kalions und der Pyrrha da; der lyrische Dichter er-hebt sie, wirst sie, und siehe, sie leben. Ein Oden-macher, der, in den engen Kreis der Gegenwart ein-gcscklosscn, blos lobt, tadelt, oder zum Genuß reizet,bleibt ein Dichter des Moments, wird von derfortrückenden Zeit bald vergessen, oder bestehet vorihr mit Schande. Der lyrische Dichter, der rück-wärts und vor sich hinausblickt, der die Vergangen-heit und Zukunft in seinem Herzen traget; gesandtvom Himmel, erhebt er das menschliche Gemüthund wird ein Ausleger, ja ein Schöpfer der Zeiten.Wie wir im göttlich-heroischen Pindar mit Götternund Heroen wandeln, wie, wenn der furchtsamereHoraz uns, in das Alterthum rückführend, wir dietollen Kriege der Riesen, die Zwiste der Centaurenanschauen, und dagegen die Stimme der Juno, desRegulus hören laßt, wir alte Römer werden: so,wenn in unserm Uz der römische und altdeutschePatriot, oder Plato, Sokrates spricht, und wir inBalde, Nbingulph, in Cowley, Collinsu. a. die Vorbilder älterer Tage ansehen; unser Geistrafft sich auf; der Dichter wird uns, oft mit weni-gen Worten, ein Ausleger, ein Anwender der Zeiten.Sende uns, nachdem der thebanische Sänger saustim Tempel entschlief, die Muse solche Exegcten derGeschichte und die müßiggewordene lyrische Poesiewird wieder geheiligt.