A.iS
VII. Homer
würde daher für einen epischen Dichter die Ausfluchtseyn, daß, durchbin in seinem Gedicht interessant zubleiben, ihn sein Gegenstand behindert habe.Entweder hatte er diesen nicht wählen sollen, oderer mußte sich Zutrauen, ihm durch alle seine Theileein Interesse zu geben, da er ganz in seiner Handwar. Sogar, wo das Feuer des Interesse sank,standen ihm Episoden zu Gebote. Eben dieserumfassenden Weite wegen hat es weniger epi-sche, als dramatische Dichter gegeben, und Homerewie wenig! Ei» weitausgebreiteter, vielumfassenderGeist gehört dem Epos.
Aber auch einen tieferen Grund hat dieEpopee als das Drama, da sie auf die innigste Ge-sinnung, auf dasHerz der Volks traditionbauen muß, ohne welche sie ein wirkungsloses Mähr-chen bleibet. Wer liefet anjetzt unser Helden-buch? wer die Ritter von der runden Tafel? werLohcnsteins Arminius, König Ottocar, denTheurdank, den Weißkönig? Auf die Nationhaben diese Helden nie gewirket. Eben so wenighatten es Heinrich der Vogler, Heinrichder Löwe u. f. gethan, deren Epos andere Dich-ter sich wählten. Unter den Britten clang demBlack more sein Artur nicht, weise li ß Popeseinen Brutus fahren. Au einem epische.. Gedicht,wenn ä c h t - h o m er i sc h es an Gegenständen undSprache die poetische Rede der Nation vonGrund aus aufnehmen und in allen ihren Zweigenausdrücken soll, gehört Viel.
Die stille Wirkung eines solchen Gedichts