letzte Kapitel seiner Poetik auseinandersetzt, und lei-der damit endet.
Alles recht und wohl: denn gegenwärtigermacht allerdings das Trauerspiel seine Schöpfung;im Ausdruck, in Leidenschaften und Charakteren stel-let es solche, dazu mit mancherley Schmuck begleitet,eigentlich dar. Nokhwcndig ist also, (zumal da dieThcile seiner Handlung enger Zusammengehen), dieWirkung des Trauerspiels im Moment größer.Gegenseitig aber vergesse man auch nicht den wei-tern Raum, den tieferen Grund, die vielsei-tigere, längere, stillere Wirkung des Epos.Sofort treten die Schalen der Waage in ein anderBerhaltniß; und wohin neigt sich die Waage?
Acschylus bekannte, daß er von der großen,reichen Tafel Homers nur Brosamen austische; beispateren Dichtern waren es kaum Brosame. Diegroßen Meister des Trauerspiels fanden sich auf derBühne an Raum und Zeit bald so beengt, daßsie denselben Gegenstand im Fortgänge der Hand-lung unter den Regeln der dramatischen Kunst mehr-mals auf die Bühne, mithin sich eine Art vontragischem Epos zuwege brachten. Das fortsin-gende Epos, dessen Gebiet so weit ist, als diePhantasie cs sich erschaffen will, das auch in An-sehung der Zeit bei weitem nicht so beengt ist, alSdas Drama, tritt dagegen wie der große Königgegen einen Archon zu Athen auf. Besser einge-richtet konnte Athen seyn, als das Reich des großenKönigs; die Granzen und der Reichthum beider in-deß blieben beinahe unvergleichbar. Unauslangend