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und das Epos. 35S
sie von diesem Zwange mit einer so andringenden Klar-heit entnommen, als er nicht eben jedem Gegenständezuwandte. Mit der Geschichte hat die Epopee nichtszu schaffen; sie schafft die wahre, die voll-kommene, die ewigdauernde Geschichte,eben indem sie auf das Einzelne, wie es ist, andersnicht Rücksicht nimmt, als sofern im Besondern dasAllgemeine liegt, das sie mit der energischenSchöpf» n g s k r aft, die der Dichtkunst alleineigen ist, in Jenem behandelt.
Was gehet mich Troja, oder die Ebene Troja's,wie sie jetzt scyn mag, an, wenn ich den allen Ho-mer lese? Schilderte mir dieser Troja und die Ebenenicht so vollständig und ganz, wie ich sie bei seinemepischen Gedicht zu sehen nöthig habe, so wäre ecein schlechter epischer Dichter. Bringt mir ein neuerReisender dagegen etwas quccr in den Weg, so wün-sche ich ihn, trotz alles seines guten Willens undseiner Bemühungen, in den Euripus. Aus undnach Homer werde uns, auch wenn Troja nie exi-stirt hatte, eine Ebene vor Troja.
Daher, daß alle wahrhaft epischen Sänger ih-ren Stoff so fernher ergriffen, und in ihm wieüber Leimen in ihrer Hand walteten. Seit die G e-schichte aufkam , bestanden in Griechenland keineepischen Gedichte. In lyrischen Gesängenwurden bis zu den FreiheitstisterN Atkens die Hel-den, in feyerlichen Reden die Sieger bei Ma-rathon, durch Inschriften manche andere wackereThaten und Männer gepriesen; das Heldengedicht
Herders W.z,schön.Lit.u.Kunst. X, A 6i-,'«ck.